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Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz zur „Agrarischen Fachbildung“ Januar 2015

1.  Zukunfts- und Wettbewerbsfaktor Fachbildung in der Agrarwirtschaft

Die agrarische Fachbildung stellt für die Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz (nachfolgend Landjugend genannt) ein äußerst wichtiges Thema dar. Die Landjugend sieht die  traditionell gute agrarische Fachbildung gefährdet. Die Landjugend  möchte mit ihren Forderungen in diesem Positionspapier auf diese Problematik hinweisen  und somit Anregungen für Verbesserungen geben.

Grundlage dieses  Positionspapieres war eine schriftliche und umfassende Umfrage unter über 100  Fachschülern, angehenden Technikern und Meisterschülern in den Bildungsstätten von Rheinland-Pfalz.

Veränderte  Arbeits- und Beschäftigungsstrukturen haben weitreichende Konsequenzen  für das Rollenverständnis und die Anforderungen sowohl bei Arbeitgebern,  als auch bei Arbeitnehmern. Auch die berufliche Fachbildung muss sich  frühzeitig hierauf einstellen und dies praxisnah begleiten. Es fehlen  bereits heute schon im Agrarbereich qualifizierte Fach- und  Führungskräfte. Der Wettbewerb mit anderen Branchen um gutes Personal  wird sich aufgrund der demografischen Veränderungen weiter verschärfen.  Personalgewinnung und –qualifizierung  entwickeln sich immer mehr zu einem zentralen Wettbewerbs- und  Zukunftsfaktor der deutschen und damit auch der rheinland-pfälzischen  Land- und Weinwirtschaft.

Es  gibt keine Zukunft ohne bestens ausgebildeten Nachwuchs! Junge, hoch  motivierte und hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Lust am  Lernen und Weiterbildung sind für eine funktionierende,  einkommenssichernde, nachhaltige und flächendeckende Land- und  Weinwirtschaft unabdingbar. 

Gerade  vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbes, der zunehmenden  Überalterung der Betriebsleiter in Landwirtschaft und Weinbau, des  Strukturwandels, dem extrem hohen bürokratischen Aufwand und des  immensen technischen Fortschritts kommt der beruflichen Fach- und  Weiterbildung eine Schlüsselfunktion zu, die gar nicht hoch genug  eingeschätzt werden kann.

Nicht  zuletzt ist das ehrenamtliche Engagement  für den eigenen  Berufsstand, die Kommunikation  mit der breiten Bevölkerung und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit enorm wichtig und  muss auch in der Agrarischen Fachbildung vermittelt werden. Zudem muss in der breiten Bevölkerung ein Grundwissen über Landwirtschaft und Weinbau angestrebt werden, um die Akzeptanz und das Verständnis für die damit verbundenen Abläufe zu erreichen.

 2.     Aktuelle Situation

 Die Fachschul- und Meisterausbildung in Landwirtschaft und Weinbau ist gefragt.

Seit einem Tief 1994 ist die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse in Landwirtschaft und Weinbau wieder deutlich  angestiegen und befindet sich auf einem stabilen Niveau. Diese Auszubildenden drängen nach ihrer Ausbildung zu einem großen Teil auch in die beschriebenen Fach- und Meisterausbildungen. Der Vorteil liegt für die Fachschüler und angehenden Meister  im starken Praxisbezug, der in diesen fachlichen Ausbildungen herrscht.

Aktuell wird der Mangel an qualifizierten Lehrkräften für diesen Bereich immer deutlicher.

Ausscheidende Lehrkräfte werden nicht oder kaum ersetzt. Lehrkräfte aus  der Forschung ohne pädagogische sowie didaktische  Ausbildung werden als Lehrkräfte  eingesetzt und fehlen dann auf der anderen Seite in der Forschung.

Derzeit  wird die Agrarische Fachbildung an folgenden Standorten in  Rheinland-Pfalz angeboten:

DLR Eifel in Bitburg (Landwirtschaft:  Wirtschafter und Techniker), DLR Mosel in Bernkastel-Kues (Weinbau:  Wirtschafter), DLR Westerwald-Osteifel in Montabaur (Landwirtschaft:  Wirtschafter), DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach  (Landwirtschaft: Wirtschafter, Techniker, Berufsoberschule; Weinbau:  Wirtschafter, Techniker, Berufsoberschule), DLR  Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Oppenheim (Weinbau: Wirtschafter), DLR  Rheinpfalz (Weinbau: Wirtschafter, Dualer Studiengang Oenologie).

Diese Vielfalt in der Agrarischen Fachbildung ist sehr zu  begrüßen. 

 

 
 

Schul-
formen

DLR Rheinhessen-Nahe-
Hunsrück

DLR Eifel

DLR Rheinpfalz

DLR Mosel

DLR Westerwald-Osteifel

Schul-
standort

KH

Schul-
standort Oppenheim

Schul-
standort Bitburg

Schul-
standort Neustadt

Schulstandort Bernkastel-Kues

Schul-
standort Trier

Schul-
standort Montabaur

Berufs-
schule

Landwirt/-in

x

x

Winzer/-in

x

x

x

x

Gärtner/
-in *)

x

x

x

Forstwirt/-in

x

Pferdewirt/-in

x

Einjährige Fachschule

Landbau

x

x

x

Weinbau und Oenologie

x

x

x

Gartenbau

x

Zweijährige Fachschule

Landbau

x

x

Weinbau und Oenologie

x

Agrarmana-gement
(Agrarbe-
triebsfach-
wirt/-in)

x

Berufsfach-schule I (BF I)

x

Berufsfach-schule II

(BF II)

x

Berufsober-schule (BOS I)

Quelle:www.dlr.rlp.de

3.   Verbesserung und Anpassung der Lehrinhalte in der Fachschul- und Meisterausbildung

Die  Prüfungsordnung der Landwirtschaftsmeister ist von 1991 und muss dringend überarbeitet werden.

 Die Fächer BWL und Management stehen in allen Fachbildungsvarianten zu  sehr im Hintergrund. Eine verbesserte und vor allem zeitgemäße Ausbildung in diesem Bereich wäre äußerst wünschenswert.

Viele Fachschüler verfügen nur über geringe mathematische Kenntnisse und es  ist bekannt, dass die Kenntnisse im Bereich Chemie und Biologie noch schlechter ausgeprägt sind. Zudem sollte auch die Fremdsprache Englisch in den Vordergrund gerückt werden um dem globalen Markt Rechnung zu tragen. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Eigentlich müsste dies schon in den allgemeinbildenden Schulen geschehen.

Das  E-Learning wurde von den befragten Fachschülern mehrheitlich als eher negativ bewertet.  Ein weiteres Problem des elektronisch unterstützten Lernens liegt oft in einer mangelhaften Breitbandversorgung im ländlichen Raum, die die Teilnahme an einem E-Learning sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich macht. 

Ein  weiteres Problem ist die Größe der angebotenen Module, die zum Teil  sehr aufgebläht sind. Hier wäre eine bessere Strukturierung sehr hilfreich. Die Module könnten, zumindest in Teilbereichen, schulübergreifend angeboten werden. 

 Die Landjugend fordert:

 ·         Überarbeitung der Prüfungsordnung der Landwirtschaftsmeister

·         Bei den Fächern muss ein Schwerpunkt auf die Fächer BWL und Management gelegt werden

·         Behebung der Defizite in den Bereichen Mathematik, Chemie und Biologie

·         Bessere Ausbildung in der Fremdsprache Englisch

·         E-Learning dosiert einsetzen und auch nur bei Gewährleistung einer guten Breitbandversorgung

·         Bessere Strukturierung der Module

 4.     Förderung von Sozial- und Handlungskompetenzen

Die  Anforderungen beruflicher Tätigkeit sind mehr denn je von persönlichen  und sozialen Kompetenzen, wie  Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit,  Kritikfähigkeit und mündlicher Ausdrucksfähigkeit geprägt. Sie gehören  zu den Schlüsselkompetenzen im Beruf. Sie sind unabdingbar, um die  Herausforderungen im Arbeitsalltag zügig, zielorientiert  und  spannungsfrei bewältigen zu können.

Die  Ausprägung der Sozial- und Handlungskompetenzen bei den Fachschülern  ist oft defizitär. Hinsichtlich der Sozial- und Handlungskompetenzen  wird zunehmend wichtiger, dass auch gerade zukünftige Betriebsleiter  durch Qualifizierung in diesem Bereich intensiver geschult werden müssen.

Was  bei allen methodischen und inhaltlichen Überlegungen nicht vergessen  werden darf, ist das soziale Miteinander der Schüler mit den Lehrern und  auch umgekehrt sowie die gegenseitige Wertschätzung. Den Schülern muss  Lust am Lernen vermittelt und mehr Verantwortung übertragen werden.

 Interkulturelle  Handlungskompetenzen werden immer stärker in einer global agierenden  Land- und Weinwirtschaft gefragt. Diese können beispielsweise bei  längeren berufsbezogenen Auslandsaufenthalten erworben werden. Dies  sollte auch seitens der Fachschulen tatkräftig gefördert und unterstützt  werden.

Junge  Menschen sind auch in der Fachlichen Ausbildungsphase an den Wert  ehrenamtlicher Arbeit heran zu führen. Ehrenamtliches Engagement kann nur funktionieren, wenn es auf Akzeptanz und Unterstützung seitens der  Fachschulen, der Landwirtschaftskammer, aber auch der elterlichen bzw.  Anstellungsbetriebe stößt.

 Die Landjugend fordert:

 ·         Förderung der persönlichen und sozialen Kompetenzen durch gesonderte Einheiten oder Module

·         Vermittlung von „Lernlust“ und Verantwortungsbewusstsein

·         Sensibilisierung und Förderung ehrenamtlichen Engagements

 

5. Personelle Situation an den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum und bei der     Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

 Das  derzeit größte Problem im Bereich der Fachschul- und Meisterausbildung stellt der überalterte Personalbestand an den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) aber auch bei der  Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz dar. Insbesondere im Bereich BWL gibt es so gut wie keine Lehrkräfte mehr. Aber auch in anderen Fächern wird der Lehrermangel immer prekärer. Wenn auch zurzeit noch wenig struktureller Unterrichtsausfall herrscht, muss jedoch zukünftig damit  gerechnet werden.

Deutschlandweit werden in den nächsten fünf Jahren 200  Fachlehrer alleine im Bereich Landwirtschaft fehlen. Hinzu kommt noch das bessere finanzielle Angebot an junge Referendare, die nach ihrer Ausbildung in Rheinland-Pfalz öfters in die angrenzenden Bundesländer abwandern. 

 Die Landjugend fordert:

 ·         Einsparungskonzept im Ausbildungsbereich von 2003 im Rahmen der Agrarverwaltungsreform überdenken

·         Ermöglichung einer nachhaltigen Weiterbildungsstruktur durch systematische Personalentwicklung

·         Strategie zur  Lehrerausbildung und zur Neubesetzung freier Lehrerstellen entwickeln

·         Pädagogische und persönliche Kompetenzen der Lehramtsanwärter stärker in den Mittelpunkt stellen

·         Beibehaltung der Einheit von Beratung und Lehre zur Gewährleistung der Praxisnähe

·         Ausbau der überbetrieblichen Ausbildung in Praxisbetrieben

 6.     Standorte und Rahmenbedingungen

Fachschüler und Meisteranwärter haben eine enge Bindung an ihre Betriebe. Aus diesem Grund lehnen wir einen zentralen  Ausbildungsstandort in Rheinland-Pfalz ab. Einfache Fahrwege von mehr als 80 Kilometern sind nicht zuzumuten und  auch ökologisch nicht vertretbar. Eine betriebsnahe Fachausbildung in der Land- und Weinwirtschaft ist sehr wichtig, da nur so regionale Besonderheiten beachtet und auch im Curriculum behandelt werden können. Zudem sollte die  Möglichkeit, die Agrarische Fachbildung in Vollzeit oder Teilzeit zu  absolvieren, erhalten bleiben. Auch eine gute Ausstattung  hinsichtlich  EDV, Labor und Lehrmittel ist für einen guten  Ausbildungserfolg unabdingbar.

  Die Landjugend fordert:

 ·         Die  bestehenden Standorte müssen erhalten bleiben

·         Erhaltung der Teil- und Vollzeitausbildung

·         Zeitgemäße Ausstattung der Standorte (EDV, Labor und Lehrmittel)

 7.     Fazit:

 Die  Agrarische Fachbildung muss das Ziel haben, für junge Menschen eine  bestmögliche Basis für die spätere eigenständige Arbeit im Betrieb unter  Markt- und Wettbewerbsbedingungen zu legen. Dafür ist es nötig die Prüfungsordnung zu überarbeiten und Schwerpunkte neu zu setzen.

Den  Fachschülern und Meisteranwärtern muss die Möglichkeit gegeben werden, sich in weitergehenden Bildungsmaßnahmen persönlich gerade auch in im  Bereich der Sozial- und Handlungskompetenzen fortzubilden. Es ist  wichtig, dass auch Betriebsleiter/innen Verständnis für die  Notwendigkeit von Bildungsmaßnahmen haben.  Nur, wenn in die eigene  Qualifizierung ein entsprechend starker Wille und auch die notwendige  Zeit investiert werden, kann eine Bildungsmaßnahme zum Erfolg führen.

 Eine nachhaltige Ausbildung  ist nur mit einer ausreichenden Anzahl an Lehrkräften in den einzelnen  Fächern zu erreichen. Hier besteht sehr dringender Handlungsbedarf.

 Die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Bezug auf zeitlichen Umfang und Standort sollten erhalten bleiben. Zudem muss eine Ausstattung der Ausbildungsstätten auf neuesten technischen Standards beruhen.

Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz 

 Landjugend Rheinland-Nassau                                                                                   Landjugend RheinhessenPfalz

Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz                                                                         Weberstraße 9, 55130 Mainz

Ausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2013

Positionspapier des BDL

Unternehmertum fördern – geeignete politische Rahmenbedingungen schaffen

Präambel

Die deutschen JunglandwirtInnen sind bereit, auch in Zukunft eine starke leistungsfähige und moderne Landwirtschaft aufrechtzuerhalten. Die rasant wachsende Weltbevölkerung und die damit einhergehende Nahrungsmittel- und Energienachfrage sind bedeutende Herausforderungen der Gesellschaft. Die Landwirtschaft steht hier in der Verantwortung und ist bereit, sich dieser anspruchsvollen Aufgabe zu stellen.

Analog zu der wachsenden Liberalisierung der Agrarmärkte mit volatilen Preis- und Marktsituationen werden auch die unternehmerischen Anforderungen an die JunglandwirtInnen in Zukunft steigen. Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) ist der festen Überzeugung, dass die jungen LandwirtInnen ihre Betriebe strategisch gut auf die Zukunft ausrichten werden. Die JunglandwirtInnen verstehen sich zukünftig verstärkt als UnternehmerInnen, die Innovationen und hochmoderne Technik in ihren Betrieben einsetzen, um sich marktwirtschaftlich für die Zukunft gut aufzustellen. Dabei stehen die Übernahme der Qualitäts- und Kostenführerschaft im eigenen Betrieb und somit die Reduzierung der Betriebskosten, die Effizienz und Leistung von Produktionsverfahren sowie umweltgerechte Verfahren mit an erster Stelle.

Auch wenn sich die Politik stärker aus Marktfragen zurückzieht, brauchen wir nach 2013 eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) als starke und nachhaltige Politik für die Europäische Union (EU), die einen unterstützenden ordnungspolitischen Rahmen für die steigende Markt- und Wettbewerbsausrichtung der Landwirtschaft bietet und eine flächendeckende, multifunktionale und nachhaltige Landbewirtschaftung fördert. Die Landwirtschaft bildet das Rückgrat des ländlichen Raumes, schafft mit den vor- und nachgelagerten Bereichen eine hohe Wertschöpfung und bietet Arbeitsplätze.

Junge LandwirtInnen müssen mit ihren Familien Perspektiven im ländlichen Raum haben. Konkret heißt das, dass es JunglandwirtInnen möglich sein muss, ein angemessenes Einkommen erzielen zu können und dass sie bei Investitionen und Betriebserneuerungen unterstützt werden. So sind sie in der Lage, zukünftig eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft aufrechtzuerhalten.

Forderungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013

1. Verlässlichkeit und Vereinfachung bei der GAP

Innovationen und Investitionen sind entscheidend für die Ausrichtung auf zukünftig steigende Marktanforderungen. Von politischer Ebene brauchen die JunglandwirtInnen vor allem Planungssicherheit, d.h. Rahmenbedingungen, die verlässlich und nachhaltig sind, damit sie langfristig wirksame Entscheidungen zur Ausrichtung ihrer Unternehmen treffen können. In den letzten Förderperioden verursachten ein hoher Bürokratieaufwand, ungleiche Umsetzungen von EU-Richtlinien innerhalb der EU sowie wechselnde politische Rahmenbedingungen Praxiserschwernisse und Wettbewerbsverzerrungen. Junge LandwirtInnen sind sich bewusst, dass Vorschriften, Dokumentationen und Kontrollen unvermeidbar sind, wenn es um die Sicherung und Transparenz einer hohen Qualität der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte geht, doch sie müssen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und nicht mit einem überzogenen bürokratischen Aufwand konfrontiert werden.

Der BDL fordert:

  • eine politische Verlässlichkeit und Planungssicherheit in inhaltlicher und finanzieller Gestalt ohne Änderungen innerhalb der Laufzeit
  • den  Bürokratieaufwand für die Betriebe von JunglandwirtInnen abzubauen

·        eine 1:1 Umsetzung von EU-Bestimmungen EU-weit ohne Wettbewerbsverzerrungen

2. Haushalt der GAP

Die Landwirtschaft in Europa sichert durch ihre Produktion an Nahrungsmitteln die Ernährung der Bevölkerung und sorgt zunehmend für die Bereitstellung von Energieträgern. Dabei setzt sie hohe Standards gegenüber Drittländern, welche aber mit höheren Kosten der Produktion verbunden sind. Daneben erbringt die Landwirtschaft viele und wertvolle Leistungen im Natur-, Umwelt- und Tierschutz, in der Lebensmittelqualität und –sicherheit und sorgt für Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung im ländlichen Raum. Die genannten Leistungen der Landwirtschaft erfüllen gesellschaftliche Ansprüche, die - da sie größtenteils nicht vom Markt honoriert werden - staatliche Zuwendungen an den Agrarsektor begründen und erforderlich machen. Vor diesem Hintergrund ist der BDL der Ansicht, dass das 2-Säulen-Modell und eine eigenständige verlässliche Finanzierung beider Säulen beibehalten bleiben müssen – als einkommenswirksame Direktzahlungen für die Betriebe, als Grundabsicherung für liberale Märkte sowie für die Anerkennung und Honorierung gesellschaftlicher Leistungen der Landwirtschaft.

Der BDL fordert:

1. Säule:

  • die Beibehaltung der 1. Säule in der Größenordnung des jetzigen finanziellen Umfangs
  • die komplette Entkopplung der Direktzahlungen EU-weit
  • keine einheitliche Flächenprämie in der EU
  • die Beibehaltung der aktuellen, an nationale Bedingungen angepasste Verteilung der Direktzahlungen auf die Nationalstaaten

2. Säule:

  • eine starke finanzielle 2. Säule zur Stärkung des landwirtschaftlichen Sektors, insbesondere der JunglandwirtInnen, und der Wertschöpfungskette im ländlichen Raum
  • eine Junglandwirteförderung als Starthilfe für Betriebsübernahmen und Niederlassungen zur Unterstützung von Investitionen, Betriebsumgestaltungen und –erneuerungen
  • die Unterstützung von innovativen Bereichen und Technologien, der Infrastruktur, der Diversifizierung, von alternativen Einkommensquellen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum
  • die Beibehaltung der Kofinanzierung

Sonstiges:

  • keine Mittelverwendung aus den Budgets der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes für andere Branchen, z.B. für den Tourismus (Vorschlag von EU-Kommissar Antonio Tajani)
  • die Abschaffung der Modulation

3. Märkte und Marktinstrumente

Die JunglandwirtInnen stehen zur fortschreitenden Liberalisierung der Märkte und werden sich zukünftig als UnternehmerInnen profilieren. Marktorientierung eröffnet für sie wirtschaftliche Chancen und Entwicklungspotenziale. Berücksichtigt werden muss, dass die Landwirtschaft im Gegensatz zu anderen Branchen besondere Risiken trägt, die vom Umgang mit Pflanzen und Tieren sowie durch die Abhängigkeit von Witterung und Klima herrühren. Die Landwirtschaft ist somit in erheblichem Umfang höherer Gewalt ausgesetzt (z.B. Naturkatastrophen, Krankheiten, Tierseuchen, Schädlingsbefall). Im Zuge des Klimawandels werden Wetterrisiken noch zunehmen. Der BDL ist daher der Ansicht, Wetterkatastrophen und weiteren Risiken sowie stärker werdenden Preisvolatilitäten und möglichen schwerwiegenden Marktkrisen durch ein Risikomanagement zu begegnen.

Der BDL fordert:

  • die Liberalisierung der Agrarmärkte
  • eine Risikovorsorge auf privatwirtschaftlicher Basis und die Schaffung entsprechender Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Risikovorsorge mit sinnvollen Instrumenten (z.B. steuer- und versicherungstechnische Lösungen)

4. Schutz natürlicher Ressourcen

Die JunglandwirtInnen sind sich der hohen Verantwortung im Umgang mit den wertvollen natürlichen Ressourcen bewusst; sie erhalten dieses wertvolle Gut, denn sie sind von einem funktionierenden Ökosystem abhängig. Nur durch eine nachhaltige  und naturverträgliche Bewirtschaftung lassen sich qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte in ausreichenden Mengen erzeugen sowie die biologische Vielfalt erhalten. Nach Ansicht des BDL müssen ökologische Anforderungen jedoch praxistauglich sein und sich mit ökonomischen Wirtschaftsweisen der Landwirtschaft in Einklang bringen lassen. Aus diesem Grund muss Cross Compliance vereinfacht und praxisorientierter gestaltet werden; weitere Verschärfungen, die die landwirtschaftliche Praxis erschweren, darf es nicht geben. Der Naturschutz sollte verstärkt in Kooperation mit der Landwirtschaft realisiert werden. Dies erfordert Rahmenbedingungen, die die Betriebe in ihrer Entwicklung und Ausrichtung unterstützen und die Integration von natur- und ressourcenschützenden Bewirtschaftungsstrategien in der Landwirtschaft fördern. Die JunglandwirtInnen des BDL betonen, dass das hohe Niveau der Agrarbildung die beste Grundlage für die Erzeugung qualitativ hochwertiger Landwirtschaftsprodukte und für eine natur- und umweltverträgliche Produktion ist.

Der BDL fordert:

  • den Einklang von wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft mit ökologischen Anforderungen
  • bei Cross Compliance: Vereinfachung, Anpassung an landwirtschaftliche Praxis, gleiche Maßstäbe in allen EU-Ländern und EU-einheitliche Prüfungen, Beschränkung auf wenige Prüfkriterien, Bündelung und Ankündigung der Kontrollen

·        die Umsetzung freiwilliger, auf Kontinuität basierender Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzprogramme mit Beteiligung der Landwirtschaft an der Abstimmung von Schutzzielen und Bewirtschaftungsmaßnahmen

 

 

 

Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Positionspapier des BDL

Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

1. Ausgangslage

Der demographische Wandel stellt die ländlichen Räume, neben der Überalterung der Bevölkerung und der Entvölkerung strukturschwacher Regionen, vor weitere Herausforderungen. Bis zum Jahr 2020 werden nach Angabe der Kassenärztlichen Bundesvereinigung rund 24.000 Haus- und 28.000 Fachärzte in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig reicht der ausgebildete MedizinerInnennachwuchs nicht aus. Warum sich in Deutschland der Wandel von der Ärzteschwämme Anfang der 1990er Jahre hin zu einem Ärztemangel entwickelt hat, hat verschiedene Ursachen:

Ø  Der medizinische Fortschritt ermöglicht heute mehr Eingriffe wofür auch mehr Personal benötigt wird.

Ø  Durch den medizinischen Fortschritt steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Damit verbunden ist ein erhöhter Bedarf an hausärztlicher Versorgung.

Ø  Es hat eine Arbeitszeitverkürzung bei den ÄrztInnen gegeben, unter anderem auch durch eine europäische Richtlinie zur Anerkennung von Bereitschaftsdiensten als Arbeitszeit.

Ø  Es hat eine Feminisierung des Arztberufes gegeben[1]. Damit einher geht der Anstieg der Teilzeitarbeitsplätze. Damit werden mehr ausgebildete ÄrztInnen gebraucht.

Ø  Der ärztliche Arbeitsmarkt hat sich ausdifferenziert. MedizinerInnen gehen beispielsweise auch in die Bereiche Pharmaindustrie oder Unternehmensberatungen.

Ø  Der Anteil der ÄrztInnen die in das Ausland abwandern steigt.[2]

Gründe für den Nichteinstieg in die ärztliche Praxis[3] oder das Auswandern in das Ausland sind nach Auswertung einer Befragung: die nicht leistungsgerecht empfundene Entlohnung, die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf mit Familie und Freizeit sowie die Belastung durch zu viele bürokratische Tätigkeiten.

Verschärft stellt sich diese allgemeine Entwicklung für die ländlichen Räume dar:

von den aktuellen MedizinstudentInnen und AbsolventInnen sind immer weniger bereit in die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum einzusteigen, ältere HausärztInnen finden

immer seltener Nachfolger für ihre Landpraxen. Damit wird die Lücke der fehlenden Hausärzte insbesondere auf dem Land immer größer. Die Gründe für junge MedizinerInnen nicht als Landarzt zu arbeiten sind vielfältig;

-        wirtschaftliche Gründe: damit sich eine Hausarztpraxis wirtschaftlich rechnet, benötigt ein Hausarzt rund 2300 potenzielle PatientInnen im Einzugsgebiet.[4] Dies ist in den ländlichen Gebieten nicht immer gewährleistet.

-        Die Residenzpflicht sah vor, dass HausärztInnen vor Ort leben müssen. In strukturschwachen Regionen ohne infrastrukturelle oder sozio-kulturelle Angebote wollen junge ÄrztInnen aus der Stadt nicht mit ihren Familien wohnen, weil zum Beispiel Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder wohnortnahe Schulen für ihre Kinder fehlen. Die Lockerung der Residenzpflicht erfolgte zu spät und hat in der Vergangenheit zu einer Verschärfung der Situation geführt.

-        Der Mehraufwand durch weite Wege bei Hausbesuchen oder durch die Übernahme von zum Teil fachärztlichen Tätigkeiten[5], dem keine adäquate Vergütung gegenüber steht.  

-        Durch die schlechte Breitbandversorgung im ländlichen Raum sind die Möglichkeiten des Austauschs mit Kolleginnen und die Möglichkeiten der Telemedizin eingeschränkt.

2. Herausforderungen

Der Bund der Deutschen Landjugend fordert ein wohnortnahes Netz aus Haus-, Kinder- und FrauenärztInnen im ländlichen Raum. Die gesundheitliche Versorgung aller BewohnerInnen im ländlichen Raum muss verlässlich gesichert sein. Darüber hinaus muss auch die notärztliche Versorgung gewährleistet sein. Angesichts der oben beschriebenen Ausgangslage müssen deshalb zeitnah folgende Herausforderungen gelöst werden:

I.                Neubedarfsplanung notwendig

Die bisherige Bedarfsplanung wurde 1993 eingeführt, um in überversorgten Regionen weitere Niederlassungen zu verhindern. Das System der Bedarfplanung ist äußerst großräumig angelegt: so kann es in manchen Landkreisen aufgrund der ungleichen Verteilung der Ärzte sogar in rechnerisch überversorgten Bereichen an einzelnen Orten eine Unterversorgungssituation geben. Die aktuelle Bedarfsplanung ignoriert dabei auch, dass die Fahrtwege zu den Ärzten in einigen Orten sehr lang sind. Diese Bedarfsplanung muss dringend überarbeitet werden. In überversorgten Gebieten müssen freiwerdende Praxen geschlossen werden und dafür neue Praxen im unterversorgten Gebieten in den ländlichen Räumen angesiedelt werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat hierzu Vorschläge erarbeitet, die ohne zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem umsetzbar sind. Einen Demografiefaktor bei der Bedarfsplanung einzuführen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss am 15.07.2010 beschlossen hat, löst das Problem für die unterversorgten Gebiete im ländlichen Raum nicht. Die Ansiedlung von Gerontologen[6] sichert kein langfristig abgesichertes Hausarztsystem in den ländlichen Räumen.

II.              Initiative vor Ort

Kommunen und Landkreise müssen langfristige Planungen vornehmen und darstellen welcher Bedarf in den kommenden 20 Jahren für ÄrztInnen und FachärztInnen vor Ort besteht. In Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen kann somit auf die konkreten beruflichen Perspektiven in den Regionen hingewiesen werden. Dies nützt den Regionen und fördert die Bleibeperspektiven junger Menschen. 

Junge Menschen in den ländlichen Räumen gehen oft für die Ausbildung oder Studium in die Stadt. Viele von ihnen wünschen sich aber ihren Lebensmittelpunkt danach wieder in ihrer Heimat zu haben[7]. BürgermeisterInnen und Landräte sollten frühzeitig auf junge MedizinstudentInnen aus ihren Gemeinden zugehen und diese durch Stipendien und Perspektiven vor Ort frühzeitig binden. Gebraucht zu werden und eine konkrete Perspektive als junger Mediziner in seiner Heimat zu finden, stellt eine hohe Motivation für das anspruchsvolle und langwierige Studium dar. Zudem sind die jungen NachwuchsärztInnen mit dem Leben in den ländlichen Räumen vertraut. Junge ÄrztInnen sollten nach dem Studium im ländlichen Raum attraktive Wohn- und Praxisräume zu guten Konditionen zur Verfügung gestellt werden.

III.            Neue Ansätze

Eine flächendeckende hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu ermöglichen, bedeutet innovative Ansätze mitzudenken. Um die Kosten und den Aufwand für Hausärzte zu begrenzen, können mobile PraxisassistentInnen und Gemeindeschwestern eingesetzt werden. Diese könnten unterstützt durch Möglichkeiten der Telemedizin beispielsweise Blutdruck oder Blutzuckerwerte an den Hausarzt übermitteln, so dass insbesondere ältere Menschen für die oftmals engmaschigen Kontrollen nicht ständig in die Praxis fahren müssen. Die ärztliche Diagnostik können sie allerdings nicht ersetzen.

Medizinische Versorgungszentren im ländlichen Raum können insbesondere für die fachärztliche Versorgung eine Lösung sein. Den dort angestellten ÄrztInnen bleibt das wirtschaftliche Risiko einer eigenen Praxis erspart. An diesen Versorgungszentren kann zudem der wachsende Bedarf der Teilzeitarbeit von jungen MedizinerInnen realisiert werden.

Die Einrichtung von Zweigpraxen, ambulante Sprechstunden oder auch rollende Zahnarztpraxen sind weitere mögliche Modelle. So könnte in einer zentral gelegenen Gemeinde eine Praxis von mehreren ÄrztInnen – verschiedener Fachrichtungen- an an unterschiedlichen Wochentagen genutzt werden. Wichtig bei all diesen Ideen: die Finanzierbarkeit muss gesichert sein und darf nicht an bürokratischen Hindernissen scheitern.

IV.            Studium

Generell müssen ausreichend Studienplätze zur Verfügung stehen[8]. Eine Absenkung oder

Abschaffung des Numerus Clausus für das Studienfach Medizin ist in diesem Zusammenhang wenig hilfreich, da es bereits jetzt ausreichend StudienbewerberInnen gibt.

Vielmehr müssen bereits im Studium Initiativen gestartet werden, um das Image des Hausarztes zu verbessern. Es muss im Studium gelingen, die Perspektive „Hausarzt“ oder „Landarzt“ attraktiv zu vermitteln. ProfessorInnen müssen sich auch für die Nachwuchsgewinnung zuständig fühlen und motivierend wirken. Darüber hinaus muss das Studium wichtige betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermitteln, damit die Hürde für die Übernahme eines Praxisbetriebes einfacher genommen werden kann. Die Förderung von Nachwuchsprogrammen, Stipendien oder die konkrete finanzielle Unterstützung während der Famulaturen und praktischen Jahren von jungen NachwuchshausärztInnen sind weitere denkbare Ansätze.

V.              Vergütungssystem/ Anreize

Die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum wird auf Dauer nur möglich sein, wenn sich das Vergütungssystem ändert. Die Wege sind weiter, es entstehen für LandärztInnen höhere Kosten bei gleichzeitig weniger Einnahmen durch eine geringere Anzahl an PatientInnen im Einzugsgebiet. Verstärkt wird der zeitliche und räumliche Aufwand noch durch die mangelnde Facharztdichte. HausärtInnen im ländlichen Raum müssen mehr Aufgaben übernehmen als ihre städtischen KollegInnen. Für diese Hausärzte muss ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden. Notdienste im ländlichen Raum müssen durch eine attraktivere Vergütung abgesichert werden.

Junge HausärztInnen können durch Sicherstellungszuschläge, Bonuszahlungen oder auch Investitionspauschalen oder Darlehen unterstützt werden.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herzustellen ist auch für die medizinischen Berufe eine große Herausforderung. Nicht nur durch die vielen weiblichen Ärzte steigt der Bedarf an Teilzeitarbeit. Junge Eltern wollen neben ihrem Beruf als Arzt noch Zeit für ihre Familie haben. Die Arbeitsbelastung und Bürokratie behindert dies aber aktuell noch und führt dazu, dass immer mehr MedizinerInnen in das Ausland abwandern. Hier muss personalpolitisch reagiert werden -beispielsweise in den Krankenhäusern – durch die Entwicklung von familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen, aber auch durch den Abbau der Bürokratie.

VI.            Notwendige Rahmenbedingungen vor Ort

Schulen, Kindertagesstätten, Kultur und Soziales müssen vor Ort erhalten bleiben. Um junge MedizinerInnen für das Land zu begeistern müssen Rahmenbedingungen vorhanden sein, um ihnen und ihren Familien eine Perspektive bieten zu können. Das Leben im ländlichen Raum muss für junge Menschen und ihre Familien als attraktiv erlebt werden. Eine flächendeckende Kinderbetreuung, Schulen in Wohnortnähe und Angebote der Jugendhilfe, Freizeit, Sport und Kultur sind hierfür notwendig. Darüber hinaus ist es auch erforderlich, den öffentlichen Personennahverkehr auszubauen. Kommunen, die auch in Zukunft in diese gesamte Infrastruktur investieren, verbessern ihre Standort- und Wirtschaftsperspektiven und werden darüber Fachkräfte halten oder gewinnen können.

 


[1] Der Anteil der Ärztinnnen an den berufstätigen Ärzten ist laut Angaben der Bundesärztekammer von 35,5% im Jahr 1995 auf 42,2 % im Jahr 2009 angestiegen.

[2] Die Mehrzahl der im Ausland tätigen deutschen Ärzte sind nach Großbritannien, in die Schweiz, in die USA sowie nach Österreich und Schweden ausgewandert.

[3] Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es nach dem Studium einen Verlust von 11,6 % der MedizinabsolventInnen, die sich nicht bei den Ärztekammern anmelden.

[4] Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

[5] So beträgt der Anteil der Fachärzte in den Kernstädten 46,4%, in den Ober- und Mittelzentren 41,1% und in „sonstigen Gemeinden“ 12,5% (Kassenärztliche Bundesvereinigung)

[6] hier ist gemeint: ÄrztInnen, die spezialisiert sind für Krankheiten und Veränderungen die im Alter auftreten

[7] „Das Bleiben-Wollen am aktuellen Ort und der Region ist für die größte Gruppe das Ziel, nämlich für 83,9%.“ Landjugendstudie 2000, S. 52, Landwirtschaftsverlag, Münster

[8] Im Jahr 2009 kamen auf einen Studienplatz für die Fachrichtung Medizin 5,0 BewerberInnen.

Strategische Ausrichtung des Deutschen Weinbaus in Bezug auf Anbaupotenzial, Qualität und Weinvermarktung

Positionspapier des BDL

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) ist die Nachwuchsorganisation des Deutschen Weinbauverbandes. Er ist das Sprachrohr der JungwinzerInnen aus allen deutschen Anbaugebieten, bündelt die Interessen der jungen WinzerInnen und vertritt sie gegenüber Politik und Verbänden.

Im Jahr 2009 hat der Arbeitskreis Deutscher JungwinzerInnen im BDL intensiv die Zukunft des Deutschen Weinbaus und die Forderungen der nachfolgenden Winzergeneration diskutiert. Auf Grundlage dieser breiten Diskussion stellt der BDL seine Vision für den Deutschen Weinbau vor:

1. Präambel

Der Strukturwandel der deutschen und europäischen Weinwirtschaft wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter beschleunigen. Heute tummeln sich viele Anbieter auf dem internationalen Weinmarkt, die die unterschiedlichsten Produkte anbieten. In den nächsten 15 Jahren erwarten wir eine starke Marktkonzentration auf allen Ebenen und eine tiefgehende Spezialisierung in den Bereichen Weinbau, Kellerwirtschaft und Vermarktung. Es wird eine zunehmende Marktspaltung in günstige und qualitativ zufriedenstellende Massenweine mit cleveren Marken auf der einen Seite und hochwertigen, handgemachten Weinen von kleineren und mittleren Weinbauunternehmen auf der anderen Seite geben.

Der entscheidende Schritt in die Zukunft des deutschen Weinbaus stellt die zielgerichtete Umsetzung der europäischen Weinmarktordnung (WMO) in Deutschland und deren Überarbeitung in Europa dar. Die europäische Weinmarktordnung muss zum Ziel haben, die bestehenden Weinbauregionen mit ihren ErzeugerInnen zu stärken.

Weinmarkt 2025

Der Weinmarkt 2025 wird größeren Schwankungen unterworfen sein; die Politik hat sich aus der Marktbeeinflussung zurückgezogen. Die Kaufentscheidung wird zunehmend am Regal getroffen und clevere Markenkonzepte bestimmen das Angebot. Deshalb sind stark geschützte Herkünfte von hoher Bedeutung für die WeinerzeugerInnen. Die Unverwechselbarkeit der Regionen lässt sich mit dem Schutz der Herkunft und durch die Einheit von Weinqualität, Tourismus, Gastronomie und dem Lebensgefühl der Weinregion sicher stellen. Nicht zuletzt lassen sich so auch höhere Weinpreise der traditionellen Weinregionen erzielen.

2. Umsetzung der Europäischen Weinmarktordnung (WMO)

Im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Weinmarktordnung sind bis 2025 folgende Ziele zu erreichen:

-        ein einfaches, klar verständliches Bezeichnungsrecht

-        stark geschützte Herkünfte

-        Stärkung der ErzeugerInnen und Verzicht auf marktverzerrende Maßnahmen

-        Bürokratieabbau

Im Kern des Europäischen Weinmarktes stehen die traditionellen Weinanbaugebiete zusammen mit der unverwechselbaren Kulturlandschaft und ihren WinzerInnen.

Für uns JungwinzerInnen besteht die Zukunft in klar profilierten Herkünften. Die WeinkundInnen müssen wissen, für was die Weinbaugebiete stehen und sich bei deren Bezeichnung auf eine hohe Qualität verlassen können.

Umsetzung des EU-Weinbezeichnungsrechts in Deutschland

Wir JungwinzerInnen fordern eine einfache, verständliche und dem Weinkonsumenten klar zu vermittelnde Weinbezeichnung in Form einer Qualitätsweinpyramide!

Es gibt eine EU-weite Unterscheidung in Wein, Wein geschützter geographischer Angaben (g.g.A.) und Wein geschützter Ursprünge (g.U.), wie sie aktuell in der europäischen Weinmarktordnung vorgesehen ist. Besonders bei den geschützten Ursprüngen braucht es eine detaillierte Profilierung engerer Herkünfte in:

1.     Rebsortenwein der Region, sog. Regionsweine / Gutsweine

2.     Ortsweine

3.     Lagenweine

Zur Profilierung der Weinkategorien der geschützten Ursprünge müssen strenge Vorgaben zur Steuerung der Qualität und des Ertragspotenzials der einzelnen Stufen gemacht werden.

Hektarhöchstertrag

Für die oben beschriebenen Weinkategorien sind folgende Hektarhöchsterträge festzulegen:

Geschützte Ursprungsbezeichnung

Lagenwein                                                    60 hl/ha

Ortswein                                                        75 hl/ha

Regionswein / Gutswein                           105 hl/ha

Geschützte geographische Angabe    120 hl /ha

Wein                                                            200 hl/ha

Jedoch ohne Angabe von Jahrgang und Rebsorte

Prädikate

Die JungwinzerInnen empfehlen die Prädikate den restsüßen Weinen vorzubehalten.

Lagenweine

Lagenweine stellen die Spitze der Qualitätspyramide dar. Um sie zu profilieren, müssen Lagen als solche authentisch und klar nachvollziehbar sein. Zum Schutz und zur Alleinstellung der Einzellage fordern wir, alle Großlagen bis zum Jahr 2015 abzuschaffen. In der Übergangszeit bis zur Abschaffung müssen alle Großlagen speziell gekennzeichnet werden.

Zulassung neuer Herkunftsbezeichnungen

Die Umsetzung der neuen Weinbezeichnung muss zwingend deutschlandweit einheitlich geregelt sein. Die Zulassung neuer g.U. und g.g.A. kann nur durch eine bundesweite Institution erfolgen.

3. Anbaupotenzial - EU Pflanzrechte

Wie bereits unter 2. Umsetzung der Europäischen Weinmarktordnung (WMO) beschrieben, wird sich der Weinmarkt in den nächsten Jahrzehnten drastisch verändern. Die vielen MarktteilnehmerInnen, die heute auf den Märkten vertreten sind, wird es in 15 Jahren nicht mehr geben. Ein von der EU vorgegebenes Regelsystem für Wein muss - wie unter 2. beschrieben - dazu beitragen, die geschützten Gebiete zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten, anstatt den Strukturwandel zu behindern und unnötigen Kostendruck auf der Angebotsseite zu erzeugen, wie im derzeitigen Pflanzrechtesystem der Fall ist.

Erfolgreiche Winzerinnen und Winzer müssen genauso die Chance haben zu wachsen, am Markt aktiv zu sein und Arbeitsplätze zu schaffen, wie Schwache die Möglichkeit haben müssen, aus dem Weinbau auszusteigen, anstatt nur einseitig die Quote zu verwalten.

Wir brauchen eine Stärkung der geschützten Ursprünge durch konsequentes Qualitätsmanagement und gezielte Profilierung. Dies stärkt die regionale Identität und die ländlichen Regionen samt ihrer Besonderheiten, wie beispielsweise Steillagen oder Terrassen, und macht sie zukunftsfähig für den Weinbau und den Weintourismus. Diese starken geschützten Ursprünge brauchen keine Pflanzrechte. So werden nachhaltig Produktionskosten und der Bürokratieaufwand gesenkt.

Wir fordern von der Politik und der Deutschen Weinwirtschaft, den Ausstieg aus dem System der Pflanzrechte aktiv mitzugestalten und bis 2015 in ein neues System stark geschützter Herkünfte zu überführen. In der Umsetzung zur geschützten Herkunft ist die derzeitig bestockte Fläche als Fläche geschützter Ursprünge heranzuziehen.

4. Vermarktung

Für eine erfolgreiche Vermarktung und Kommunikation deutscher Weine ist eine gemeinsame Dachorganisation unabdingbar.

Deutsche Weinwerbung

Nur diese gemeinsame Weinwerbung „Deutsche Weine“ kann außerhalb Deutschlands für deutsche Weine werben. Ein entscheidender Werbe- und Imageträger der „Deutschen Weine“ ist dabei die Deutsche Weinkönigin.

Als zentrale Aufgaben der deutschen Weinwerbung sehen wir JungwinzerInnen folgende:

-        Imageträgerin Deutsche Weinkönigin

-        die Exportförderung im Ausland

-        die zentrale Marktforschung und Marktberichterstattung

-        Kommunikation der Qualitätsweinpyramide

-        Aufklärung über gesundheitsfördernde Wirkung von Wein und Suchtprävention

-        Verwaltung der EU-Fördermittel für nationales und europäisches Marketing sowie Drittlands-Marketing

Die deutsche Weinwerbung finanziert sich zu 51% aus Mitteln der Winzerinnen und Winzer. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) stellt zur Unterstützung und Verwirklichung hoheitlicher Aufgaben 49% der Haushaltsmittel zur Verfügung.

Regionale Weinwerbung

Die regionalen Weinwerbungen werden analog der Umsetzung der WMO in sogenannte Branchenorganisationen der geschützten Ursprungsbezeichnungen und geschützten geographischen Angaben umgewandelt. Sie erfüllen die Aufgaben der Branchenorganisation in der Region und vermarkten ihre Weine und die Region bundesweit. Sie finanzieren sich durch eine 50%-Umlage der Mittel der deutschen Weinwerbung.

Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Positionspapier der Landjugend RheinhessenPfalz

Viele Landwirte sehen in dem Bau von Photovoltaikanlagen die Chance einer zusätzlichen Einkommensquelle angesichts der aktuell schwierigen Lage auf den landwirtschaftlichen Märkten. Dies sollte sich aber vor allem auf Dachanlagen und weniger auf Freiflächenanlagen beziehen, damit die Produktion von Nahrungsmitteln weiterhin gewährleistet ist und landwirtschaftliche Nutzflächen für die landwirtschaftliche Produktion genutzt werden. Desweiteren soll das Problem der Flächenkonkurrenz nicht weiter verstärkt werden.

Erklärtes Ziel der Landjugend RheinhessenPfalz ist es, den Bau von Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen zu verbieten und vorrangig die Nutzflächen von Dach-, Konversions- und ehemaligen Deponieflächen zu fördern. Weiterhin sollte die Nutzung von nicht-landwirtschaftlichen Flächen bevorzugt werden. Agrarstrukturelle Belange sollen bei der Standortwahl besonders berücksichtigt werden. Desweiteren darf kein zusätzlicher Flächenverbrauch durch Ausgleichsflächen entstehen.

Durch Förderung der Photovoltaik-Freiflächenanlage darf es nicht zu einem Flächennutzungskonflikt kommen. Die Vorgabe, nach der Freiflächenanlagen nur auf Grünflächen zugelassen werden, die vorher von Ackerland in Grünland umgewandelt wurden, kann nicht akzeptiert werden. Eine solche Beschränkung ausschließlich auf Ackerland muss untersagt werden.

Agrarischen Bildung

Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheionland-Pfalz/Saar

1.     Der Zukunfts- und Wettbewerbsfaktor Ausbildung

 

Die agrarische Bildung stellt für die Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz/Saar (nachfolgend Landjugend) ein äußerst wichtiges Thema dar. Im Allgemeinen  sieht sie die agrarische Ausbildung auf einem guten Niveau, erkennt aber auch Probleme, auf die die Landjugend mit den Forderungen in diesem Positionspapier hinweist, um die Möglichkeit für Verbesserungen zu geben. 

 

Es gibt keine Zukunft ohne bestens ausgebildeten Nachwuchs! Junge, hoch moti-vierte und hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind für eine funktionie-rende, solide, einkommenssichernde und flächendeckende Land- und Weinwirt-schaft unabdingbar.

Gerade vor dem Hintergrund des sehr scharfen Wettbewerbes, der zunehmenden Überalterung, des Strukturwandels, dem extrem hohen bürokratischen Aufwand und des immensen technischen Fortschritts kommt der beruflichen Ausbildung eine Schlüsselfunktion zu, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

 

2.     Betriebliche Ausbildung und Ausbilder/innen

 

Die Landjugend fordert:

·        Schulabgänger/innen, die eine Ausbildung im Agrarbereich anstreben, müssen die notwendige „Ausbildungsreife“ mitbringen.

·        Die Ausbilder/innen müssen sich als ein sehr wichtiges Element der dualen Ausbildung begreifen und dieser Verantwortung auch gerecht werden.

·        Eine kontinuierliche und verpflichtende Förderung, Weiterbildung und Coaching der Ausbilder/innen, z.B. durch einen wiederkehrenden „Tag der Ausbildung“ (zwei bis dreijähriger Turnus) schärft  das Bewusstsein hierfür.

·        Die Einführung einer Evaluation der Leistung der Ausbilder/innen und eine jährliche Prämierung des/der „Ausbilders/in des Jahres“ durch LWK, Bauern- und Winzerverbände und Landjugendverbände (oder Bildungsausschuss der LWK) belohnt besondere Verdienste von Ausbildern/innen.

·        Den Abschluss eines verbindlichen Tarifvertrages für die Grünen Berufe mit einer angemessenen Vergütung der Leistungen der Auszubildenden.

 

3.     Förderung von „Soft-Skills“

 

Die Anforderungen beruflicher Tätigkeit sind mehr denn je von persönlichen und sozialen Kompetenzen, wie  Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kritikfähig-keit und mündliche Ausdrucksfähigkeit geprägt. Die Landjugend fordert die zunächst modellhafte Durchführung von speziellen Trainingskursen, insbesondere zu Beginn der Ausbildung, die den Zusammenhalt und den Lernfortschritt sowie die Kommunikation in den Klassen fördert. Hier ist ein modellhaftes Angebot durch die Landjugend bei geklärter Finanzierung vorstellbar.

 

4.     Verbesserung und Anpassung der Ausbildung

 

Im Zuge einer Ausbildung ist es von immenser Bedeutung, unterschiedliche Betriebe kennen zu lernen. Es ist sehr sinnvoll, differenzierte Wirtschaftsweisen in unter-schiedlichen Regionen Deutschlands kennen zu lernen. Um den Auszubildenden einen problemlosen Wechsel von einer Berufsschule zu einer anderen Berufsschule zu ermöglichen, muss bundesweit ein einheitlicher Lehrplan geschaffen werden.

 

Deshalb fordert die Landjugend die Abschaffung des Föderalismus im landwirt-schaftlichen Bildungsbereich. Die Rahmenvorgaben vom Bund müssen in allen Bundesländern gleichermaßen umgesetzt werden, damit sich die Jugendlichen endlich „grenzenlos“ bilden können.

 

Die Landjugend fordert

·                 Die Auszubildenden müssen drei Jahre Fremdausbildung absolvieren. Es darf keine Ausbildung mehr im elterlichen Betrieb erfolgen.

·                 Eine Stärkung des Praxisbezuges des Berufsschulunterrichtes soll durch Fachexkursionen, Fachgespräche und „Fremdreferenten“ erreicht werden.

·                 Auszubildende sollten auch über den „Tellerrand“ schauen können, und es sollten ihnen auch kulturelle Angebote außerhalb der agra-rischen Ausbildung angeboten werden.

·                 Die Teilnahme am Berufswettbewerb der deutschen Landjugend soll verpflichtend sein.

·                 Die überbetriebliche Ausbildung in höchster Qualität (DEULA, Neumühle) soll beibehalten bleiben.

·                 Ein vollständiges und qualifiziertes Lehrpersonal für umfassende Ausbildung (Minimierung des Unterrichtsausfalls) gemäß Schulgesetz (13 Wochen) muss selbstverständlich sein.

·                 Die Einführung von Blockunterricht (falls noch nicht praktiziert) zur Erzielung eines nachhaltigen Bildungserfolges sollte schnellstens umgesetzt werden.

·                 Durch die Einbeziehung des betrieblichen Zeugnisses und des Berichtsheftes in die Abschlussprüfung (Stichwort „gestreckte Abschlussprüfung“) würde mehr Praxisnähe hergestellt.

 

5.     Differenzierung der Ausbildung entsprechend dem Leistungsstand

 

Die berufliche Ausbildung in Landwirtschaft und Weinbau muss zunächst eine Grundlagenvermittlung in allen landwirtschaftlichen bzw. weinbaulichen Bereichen beinhalten. Dies gilt für die betriebliche Ausbildung als auch für den Unterricht in der Berufsschule. Es ist uns bewusst, dass sich die landwirtschaftlichen und weinbaulichen Betriebe zunehmend spezialisieren, dennoch muss  eine einseitige Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten verhindert werden. Die Möglichkeit  der Spezialisierung in der Abschlussprüfung wird unterstützt.

 

Um der sehr unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Auszubildenden innerhalb einer Klasse gerecht zu werden, fordert die Landjugend in der Berufsschule ein Anreiz- und Fördersystem  mit einer  Differenzierung in A- und B-Kurse in den wichtigsten Fächern, wie z. B. Mathematik, Tierische Erzeugung und Pflanzliche Erzeugung, Kellerwirtschaft und Außenwirtschaft mit der Möglichkeit, problemlos entsprechend der Leistung zu wechseln.

 

Besonders leistungsschwache Schüler/innen sollten ein verpflichtendes zusätzliches Angebot über den regulären Unterricht hinaus bekommen,  um das Niveau insgesamt anzuheben. Hier sind pädagogisch besonders geschulte Lehrer/innen unabdingbar.

 

6.     Verbesserung der Kommunikation zwischen Schule, Ausbildungs-betrieb und Eltern der/des Auszubildenden

 

Die Landjugend fordert:

 

·                           Die Einführung von „Elternabenden“, bei denen Ausbilder/innen, Auszubildende, Eltern und Lehrer/innen zusammen kommen.

·                 Den verstärkten Einsatz von Ausbildungsberater/innen als Mittler und ausbildungsbegleitende Hilfe, die die Auszubildenden regelmäßig auf den Betrieben besuchen. Mit dem bestehenden Verhältnis der Zahl der Auszubildenden pro Ausbildungsberater/in ist dies überhaupt nicht möglich (derzeit bei Landwirt/Pferdewirt/Splitterberufe: 146 Azubis pro Berater/in, Winzer 280 Azubis pro Berater/in, Gärtner 467 Azubis pro Berater/in, Forstwirt 316 Azubis pro Berater/in).

 

 

7.     Fazit:

 

Die landwirtschaftliche Ausbildung muss das Ziel haben, für junge Menschen eine gute Basis für die spätere eigenständige Arbeit im Betrieb unter Markt- und Wettbe-werbsbedingungen zu legen. Den Auszubildenden muss bereits in der Berufsaus-bildung vermittelt werden, dass eine lebenslange Bildung notwendig ist, um beruf-lich erfolgreich zu sein. Junge Menschen sind in der Ausbildungsphase an den Wert ehrenamtlicher Arbeit heran zu führen. Ehrenamtliches Engagement kann nur funktionieren, wenn es auf Akzeptanz und Unterstützung seitens der Berufsschulen und Betriebe stößt.

 

Den Auszubildenden muss die Möglichkeit gegeben werden, sich in weitergehenden Bildungsmaßnahmen persönlich fortzubilden. Es ist wichtig, dass auch Betriebsleiter

/innen und Ausbilder/innen Verständnis für die Notwendigkeit von Bildungsmaß-nahmen haben.  Nur, wenn in die eigene Qualifizierung ein entsprechend starker Wille und auch die notwendige Zeit investiert werden, kann eine Bildungsmaßnahme zum Erfolg führen.

 

 

Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz/Saar

Karl-Tesche-Str. 3

56073 Koblenz

Dokumentation des Jugendzukunftskongresses vom 20.10.2008

Über 150 Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Regionen des Landes haben auf Einladung der Landjugend und des Landwirtschaftsministeriums beim Jugendzukunftskongress „Wir fürs Land“ in Bingen über ihre Perspektiven im ländlichen Raum diskutiert. Diese gemeinsame Veranstaltung war der Auftakt zur diesjährigen Grünen Woche Rheinland-Pfalz. Die Dokumentation zum Kongress findet Ihr hier.

Stellungnahme der JungwinzerInnen zur Weinmarktreform

Die JungwinzerInnen der Landjugend RheinhessenPfalz haben sich zu einer gemeinsamen Stellungnahme in Bezug auf die Weinmarktreform geeinigt.

Über die Themen:

Eigenständige Weinmarktordnung

Förderung von Weinvermarktung statt Weinproduktion

Zahlungsansprüche (ZA)

Verwendung des Budgets der EU Weinmarktorganisation

Qualitätswein - Tafelwein

Rodung von Rebflächen

Önologische Maßnahmen

Etikettierung von Wein

wurde disktutiert und eine gemeinsame Basis gefunden. Im Positionspapier wird darauf detailliert eingegangen.

Ländlicher Raum

Positionspapier der Arbeitsgemeinsschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz

Erklärtes Ziel der Landjugend ist es, sich im Interesse der JunglandwirtInnen und JungwinzerInnen für stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen einzusetzen, aber auch im Interesse aller Jugendlicher für den Erhalt von Lebe- und Bleibeperspektive in den Ländlichen Räumen einzutreten.

Die Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände hat zu diesem Grundgedanken ihre Positionen für Rheinland-Pfalz erarbeitet; unsere Heimat braucht gute politische Rahmenbedingungen, um die Dörfer und Kleinstädte, mit starkem Bezug zu Land- und Forstwirtschaft, dauerhaft für die Menschen in den Ländlichen Räumen attraktiv zu halten.

Positionspapier

Reaktionen aus der Politik:

Frau Ute Granold, MdB, schreibt:

Velen Dank für Ihr gemeinsames Schreiben vom 4. Juli 2007, mit dem Sie mir das Positionspapier „Ländlicher Raum" der Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände übermittelt haben. Ebenfalls am 4. Juli hat die Koalition einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die Bundesregierung dazu auffordert, eine integrierte und ressortübergreifende Strategie zur Weiterentwicklung der ländlichen Räume zu entwickeln (Drs. 16/5956).

Den ländlichen Räumen kommt in Deutschland eine immense Bedeutung als Lebens- Wirtschafts- und Naturraum zu. Ungefähr 65 Prozent der Deutschen leben außerhalb von Großstädten. Von 3,5 Mio. Wirtschaftsbetrieben befindet sich der überwiegende Teil in Gemeinden und Mittelstädten in der Fläche.

Von der Bundesregierung erwartet die CDU/CSU-Bundestagsfraktion die politische Koordinierung für eine nationale Strategie zur Förderung und Entwicklung der ländlichen Räume. Gemeinsam mit den Bundesländern muss dazu ein sektor- und ressortübergreifender Politikansatz gewählt werden. Integrierte und bereichsübergreifende Konzepte, insbesondere die Gemeinschaftsaufgabe „Agrarstruktur und Küstenschutz" und die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" müssen zur Entwicklung der ländlichen Räume weiterentwickelt werden. Die Maßnahmen des Bundesverkehrswegeplanes für eine bessere verkehrliche Erschließung des ländlichen Raums gilt es zügig umzusetzen. Parallel dazu setzen sich CDU und CSU auch auf europäischer Ebene im Rahmen der Weiterentwicklung der bewährten EU-Förderpolitiken für die Stärkung der ländlichen Räume ein.

Ich werde die in Ihrem Positionspapier angesprochenen Aspekte – soweit sie noch nicht berücksichtigt sind - in die Diskussionen im Rahmen der weiteren Beratungen einfließen lassen. Sollten sich darüber hinaus noch weitere Fragen ergeben, werde ich gerne auf Ihr Angebot zurückkommen und mich mit Ihnen in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Granold MdB

 

Ralf Göbel, MdB, schreibt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen für die Übersendung Ihres Positionspapiers, in dem Sie viele interessante Aspekte für die Weiterentwicklung, aber auch Stabilisierung des ländlichen Raumes formulieren.

Ein besonderes Anliegen, das ich gerne weiter aufgreife, ist die Innenentwicklung der Dörfer in Rheinland-Pfalz. Hier besteht Handlungsbedarf auch auf der Ebene des Bundes. Wir brauchen gute bauplanungsrechtliche Instrumente, um einer Verödung der Dorfkerne entgegenzuwirken. In diesem Sinne habe ich die zuständigen Berichterstatter meiner Fraktion gebeten, sich dieser Thematik besonders anzunehmen.

Ich hoffe, dass das Positionspapier bei der Fortschreibung des LEP eine nachhaltige Berücksichtigung findet und werde meine Landtagskollegen bitten, die von Ihnen formulierten Positionen in der Debatte zu berücksichtigen.

Freundliche Grüße

Ralf Göbel MdB

 

Frau Christine Schneider, MdL, schreibt:

 

........

vielen dank für die Übersendung Ihres Positionspapiers zur Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes.

Ich finde es bemerkenswert , dass sie sich nicht nur über die Zukunft der Landwirtschaft und des Weinbaus Gedanken gemacht haben, sondern den ländlichen Raum als Ganzes bewertet haben und Ideen zur Weiterentwicklung aufzeigen.

Wir hatten ja bereits bei der „Grünen Woche" in Berlin darüber nachgedacht, uns einmal ohne große Tagesordnung zusammen zu setzen. Vielleicht könnten wir dies ja in den nächsten Wochen einmal angehen.

Mit herzlichen Grüßen

Christine Schneider, MdL

 

 

Dr.Thomas Gebhart, MdL, schreibt.....

......

Mit großem Gewinn und hohem Interesse habe ich Ihr Positionspapier gelesen und ich freue mich, dass sich die Landjugendverbände mit großem Engagement für die Entwicklung des Ländlichen Raumes einsetzen und eine gemeinsame Position der rheinland-pfälzischen Jugendverbände erarbeitet haben.

....

Gerne leite ich Ihnen in der Anlage das Positionspaier der CDU Farktion zum Thema "Ländlicher Raum" zu, das unsere Satndpunkte verdeutlicht und Wege aufzeigt, wie Ihrem Anliegen, den Ländlichen Raum für die Menschen dauerhaft attraktiv zu gestalten, entsprochen werden kann.

Den gesamten Brief kann man hier nachlesen.

 

Frau Schleicher-Rothmund, MdL, schreibt:

.......

Ihr Postionspapier habe ich an die Arbeitskreise Landwirtschaft und Weinbau sowie Wirtschaft und Verkehr zur Beratung weitergeleitet.

Gerne kommen wir auf Ihr Angebot eines persönlichen Gesprächs zurück und schlagen Ihnen deshalb einen Termin mit dem Arbeitskreis Landwirtschaft und Weinbau der SPD-Landtagsfraktion nach der parlamentarischen Sommerpause vor.

.....

Den gesamten Brief kann man hier nachlesen.

Frau Kohnle-Gros, MdL, schreibt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Übersendung des Positionspapiers Ihrer Arbeitsgemeinschaft. Ich habe das Papier mit großem Interesse gelesen und finde darin genau das, was mich und uns im Landkreis Kusel beschäftigt.

Ob es die Verkehrsanbindung oder der schnelle Internet-Anschluss ist, Tourismus oder Angebote für Kinder, alte Menschen oder Kranke und Behinderte, ja die Familien insgesamt, wir aus den ländlichen Räumen müssen unsere Interessen vertreten. Es kann nicht sein, dass - wie es im LEP IV - anklingt, nur noch die Räume entwickelt werden, die sowieso schon gute Chancen haben.

Die CDU-Landtagsfraktion wird sich mit dem Papier noch ausführlich beschäftigen.

Mit freundlichen Grüßen aus der Westpfalz

Marlies Kohnle-Gros

Höhere Getreidepreise - höhere Brötchenpreise?

(AK Agrar) Wie wir alle den Nachrichten der vergangenen Tage entnehmen konnten steigen die Preise für unser Brot. Grund dafür seien die gestiegenen Getreidepreise. Kann dies allerdings der Grund dafür sein?

In den vergangenen 50 Jahren etwa mussten die Bauern immer wieder erleben, dass für Ihre Produkte immer weniger erlöst wurde. Zu Beginn der 80er Jahre konnten Landwirte für 1dt Weizen rund 25.- € erlösen. Im letzten Jahr zum Beispiel lag der Preis bei nicht einmal 10.- € je dt. In diesem Jahr werden rund 2.- €/dt mehr bezahlt. Kaum macht der Getreidepreis einen kleinen Schritt aus dem Preistief, nimmt dies das Bäckerhandwerk zum Anlass die Brötchenpreise anzuheben.

Doch was kostet der Rohstoff Weizen zum Beispiel in einem Baguette? Nicht einmal 4 Cent! Folglich dürfte die derzeitige Preissteigerung bei Weizen zu einer maximalen Preissteigerung von 0,5 Cent führen. Bei Brötchen kann man im Schnitt davon ausgehen, dass aus 1dt Weizen etwa 2000 Brötchen gebacken werden. Legt man eine Preissteigerung von 2,50.- €/dt nun auf diese Zahl um so ergibt sich ein Mehrpreis von 0,13 Cent pro Brötchen! Von einer gerechtfertigten Preissteigerung kann also nicht die Rede sein – oder sind Ihre Brötchen seit 1980 schon einmal günstiger geworden?

Ehrenamtszeugnis für Landjugendliche

Ihr engagiert Euch ehrenamtlich in der Landjugend?

Holt Euch hier den Antrag auf Ausstellung eines Ehrenamtszeugnisses.

Das Zeugnis wirkt sich positiv bei der Bewerbung um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz oder den Wiedereinstieg in einen Beruf aus.

Das Ehrenamtszeugnis erhält wer:

- Mitglied der Landjugend RheinhessenPfalz, oder einer ihrer Untergruppierungen ist

- freiwillig, ehrenamtlich in der Landjugend tätig ist.

Bürokratieabbau jetzt!

Bereits seit vielen Jahren wird intensiv über das Thema Bürokratieabbau diskutiert. Bisher jedoch leider ohne nennenswertes Ergebnis.

Aus diesem Grund hat der Deutsche Bauernverband gemeinsam mit den Landesbauernverbänden die Kampagne „Bürokratie-Abbau – Jetzt“ ins Leben gerufen. Wir als Landjugend unterstützen diese Aktion.

Unsere Mitglieder sind aufgerufen, bis zum 30. April 2006 praktische Vorschläge zum Bürokratieabbau einzureichen. Aus diesen Vorschlägen, die bundesweit von allen Landesbauernverbänden gesammelt werden, wird ein „Schwarzbuch“ zusammengestellt, welches der EU-Kommission, der Bundesregierung und den Ländern übergeben wird.

 

Landjugend in Gremien des Bauern- und Winzerverbandes vertreten

Die Landjugend RheinhessenPfalz vertritt die Interessen der JunglandwirtInnen und JungwinzerInnen im Verbandsgebiet. Zu dieser Interessensvertretung gehört auch, dass sich junge Winzer und junge Landwirte in den Gremien des Bauern- und Winzerverbandes engagieren.

 

VertreterInnen der Landjugend in BWV-Kreisgremien

 

Kreis Kaiserslautern 

Johannes  Diehl

Wiesenbergerhof, 67685 Erzenhausen                          

Kreis Donnersberg                

Anna Schückler

An den Eichen, 67806 Rockenhausen

Kreis SÜW                        

Thomas Reeb

St. Klarastr. 50, 67373 Dudenhofen

Kreis AZ-WO                         

Florian Schmitt 

Kirschstrasse 24, 55288 Spiessheim

Kreis MZ-BI                           

Martin FischbornDalheimerstr. 57, 55278 Dexheim

Kreis Südwestpfalz       

Christian Kau

Stockbornerhof 5, 66484 Stockbornerhof

Kreis GER                       

Stefan Bohlender 

Kreuzgasse 40, 76872 Steinweiler

Kreis DÜW                           

Andrea Schick       

Stefan Eger         

Laumersheimerstr. 50, 67253 Weisenheim/Sand

Weinstraße 57, 67273 Herxheim/Berg

Kreis LUStefan SchwalbAltleiningerstrasse  29, 67310 Hettenleidelheim
Kreis Kusel

Maik Leppler              

Rainer Raab            

Alexander Braun

Sven Ulrich

 

Hauptstraße 55a, 66909 Steinbach (Glahn) 

Hohlstraße 4, 66909 Henschtal

Bornstraße 14,66909 Langenbach