Landjugend News

04.10.2016 17:25
Hartelt: Mühen der Landwirte und Winzer sollten gewürdigt werden

Beim Landeserntedankfest des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) am 2. Oktober 2016 in Ingelheim, stand neben dem Dank für die diesjährige Ernte auch der Wunsch nach Anerkennung für den Berufsstand im Mittelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes. "Gottes Segen und die Mühe des Menschen.": Nach BWV-Präsident Eberhard Hartelt ist diese unumstößliche Gemeinschaft als Grundlage für eine gute Ernte im Jahr 2016 besonders deutlich geworden.

Zwar habe das Frühjahr äußerst vielversprechend begonnen, aber die Hoffnungen seien schon bald, mit den wochenlangen, ergiebigen Niederschlägen und teilweise verheerenden Unwettern, dahin gegangen. Pilzkrankheiten breiteten sich in vielen Kulturen in ungekanntem Ausmaß aus, dem Getreide fehlte zudem die Sonne während der Entwicklung, die Kirschessigfliege fand optimale Verbreitungsbedingungen vor und zerstörte große Teile der Kirschen. Die Erträge blieben in allen Kulturen deutlich hinter den Erwartungen zurück und die Erzeuger hatten mit massiven Ernteausfällen zu kämpfen. In der Nord- und Westpfalz litten die Bauern zusätzlich unter den niedrigen Erzeugerpreisen für Milch und Fleisch.

Trotzdem gebe es laut Hartelt auch in diesem Jahr Grund zum Dank. Ein Blick in die Geschichte zeige, dass früher die gleichen Witterungsbedingungen zu Hungerjahren geführt hätten und auch im Vergleich zur heutigen Not in anderen Teilen der Welt sei Dank mehr als angebracht. Dabei sollten aber auch die Mühen der Landwirte und Winzer nicht vergessen und entsprechend gewürdigt werden.

Auch der Propst von Rheinhessen, Dr. Klaus-Volker Schütz, bemängelte in seiner Predigt die fehlende Anerkennung für die geleistete Arbeit der Landwirte. Für die Bauernfamilien sei dies mitunter noch schlimmer, als das Fehlen angemessener Entlohnung. Dauerhafte Kritik am Berufsstand sei nicht gerechtfertigt, vielmehr müsse es einen fairen Diskurs zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern geben. Hier könne die Kirche als Brückenbauer dienen.

In der ständigen Verfügbarkeit von qualitativ einwandfreien und günstigen Nahrungsmittel sieht Staatssekretär Andy Becht aus dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau den Grund für eine schwindende Solidarität der Bevölkerung mit den Produzenten. In seinem Grußwort betonte er, dass die moderne Landwirtschaft der Garant für die Ernährung der Menschen sei, für eine gute Lebensqualität in Rheinland-Pfalz sorge und es ohne sie keine Zukunft gebe. Deshalb dankte er dem BWV und seinen Organisationen für deren Arbeit. Der Verband sei nicht nur Sprachrohr und Vertretung der Landwirte und Winzer, sondern auch Mittler zwischen Berufsstand, Gesellschaft und Politik.

Beim Empfang im Anschluss an den Gottesdienst wies die Vorsitzende des Land Frauen Verbandes Rheinhessen e.V., Ursula Braunewell, in ihrer Ansprache darauf hin, dass ein sorgfältiger und nachhaltiger Umgang mit der Schöpfung für Landwirte und Winzer selbstverständlich sei. Trotz moderner Technik seien die Erzeuger immer noch nah bei der Natur und würden nicht nur die Ernährung sichern, sondern auch die Böden schützen - egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend. Das Erntedankfest solle insbesondere Menschen erreichen, die keinen direkten Kontakt mehr zur Landwirtschaft haben. Für eine zukunftsfähige Produktion müssten alle Glieder der Lebensmittelkette, also auch die Verbraucher, Verantwortung übernehmen. Die Landfrauen engagierten sich deshalb in vielen Projekten, um jungen Menschen Wissen über Nahrungsmittel und deren Wertschätzung beizubringen. In einem solch schwierigen Jahr wie 2016 sei es laut Braunewell aber wichtig, dass es eine Ansprechstation für die Sorgen und Nöte der Landwirte und Winzer gebe. Sie stellte deshalb die Bedeutung der landwirtschaftlichen Familienseelsorge heraus, für die sie sich eine Fortführung wünschte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Landjugend RheinhessenPfalz, David Spies, sprach ebenfalls von fehlender Würdigung der Arbeit des Berufsstandes. Dieser wolle nicht nur hochwertige Produkte, sondern auch Anerkennung ernten. Vor diesem Hintergrund sprach er sich gegen einen ideologisch geprägten Unterricht in Schulen zum Thema Landwirtschaft aus, der heute schon gang und gäbe sei. Landwirte und Winzer kümmerten sich verantwortungsvoll um die Natur, damit sie das Beste für die Menschen von den Äckern und aus den Weinbergen holen können. Dies müsse den Verbrauchern wieder deutlicher gezeigt werden. Landwirtschaft müsse in der Mitte der Gesellschaft stehen. Dies zu erreichen sieht Spies auch als Aufgabe der Landjugend.

Quelle: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V.


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