Landjugend News

11.04.2006 11:32
Biomasse eines Hektars ersetzt 6000 Liter Erdöl

Von: Carina Gräschke

BDL Agrartagung in Berlin

(BDL) „In der dezentralen Erzeugung umwelt- und klimafreundlicher Energie steckt enormes Potenzial – gerade für uns JunglandwirtInnen", so Erik Jennewein, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), nach der Agrartagung des Jugendverbandes. Insbesondere die langfristige Energiegewinnung aus Biomasse sei angesichts steigender Preise eine große Chance, stellten die etwa 30 jungen AgrarierInnen fest. Sie waren aus ganz Deutschland nach Berlin gereist, um sich mit dem Thema „Bioenergie auf dem Vormarsch – Chancen für junge LandwirtInnen" auseinanderzusetzen.

Sie wurden nicht enttäuscht. Schon die Eingangsreferate sorgen weit über die Agrartagung hinaus für Diskussionsstoff. Denn auch wenn sich der BDL zwei an sich konträre Gesprächspartner ins Haus geholt hatte - Dr. Steffen Beerbaum vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie Dr. Josef Auer von der Denkfabrik „Deutsche Bank Research" –, kamen beide zum gleichen Ergebnis: Investitionen im Bioenergiebereich, insbesondere in die Energiegewinnung aus Biomasse, lohnen sich.

Mittelfristig, so Dr. Beerbaum, könnten ca. zehn Prozent des deutschen Energiebedarfs durch Biomasse gedeckt werden (2005: 3,2 Prozent). Der Hintergrund: Gegenwärtig entspricht der Energieverbrauch pro Person und Jahr in Deutschland 5000 Litern Erdöl (in China 600 Liter). Unter idealen Bedingungen kann pro Hektar/Jahr Biomasse mit dem Energiegehalt von 6000 Litern Erdöl gewonnen werden. Allerdings ist das Potenzial zur Energieerzeugung durch die in Deutschland vorhandene Fläche begrenzt.

Dr. Auer zufolge werde die Wirtschaftlichkeit beim Einsatz erneuerbarer Energien letztlich von Klima und Bodenqualitäten abhängen. Auch er betrachtet ganz klar die Fläche als limitierenden Faktor, dessen Wachstumsgrenzen nur durch technischen Fortschritt zu überwinden seien.

„Bio-Sprit ist ab einem dauerhaften Ölpreis von 100 US-Dollar/Barrel bereits jetzt mit heutiger Technik konkurrenzfähig", so der „Deutsche Bank Research"-Experte. In der Stromerzeugung konkurriere Biomasse in Deutschland nicht direkt mit Öl. Bis zur betriebswirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit gegenüber den fossilen Energien werde es noch einige Zeit dauern. Allerdings gehe er davon aus, dass regenerative Energien langfristig gefördert werden, so dass es sich um einen zukunftsträchtigen Bereich handele.

In diesem Zusammenhang begrüßten die JunglandwirtInnen die Zusicherung Beerbaums, dass die Politik diesen Prozess unterstützen werde. Sie gehen davon aus, dass Bioenergie einen zunehmenden Beitrag zu einer nachhaltigen Rohstoff- und Energieversorgung und zur Entwicklung ländlicher Räume leisten kann und auch soll. Fest steht für die JunglandwirtInnen aber auch, dass angesichts des großen Potenzials die Konkurrenz um Flächen und Nutzung zunehmen wird.

„Die Erzeugung erneuerbaren Energien ist eine große Chance für uns. Als Land- und Energiewirte übernehmen wir eine zusätzliche Verantwortung für unsere Gesellschaft, die über die des Lebensmittelproduzenten und Landschaftspflegers hinausgeht", so Jennewein. Doch um das Potenzial ausschöpfen zu können, müsse auch Getreide als Regelbrennstoff anerkannt werden, so der Junglandwirt und BDL-Vorsitzende.


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