LandNews

27.04.2006 10:42
Grüne Berufe sind für Jugendliche attraktiv

Von: Gabriele May

Das Berufsorientierungsseminar vom 10. -13. April der Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände

Bei der Besichtigung des Forstamtes Soonwald gab Carmen Barth einen Einblick in die Tätigkeit als Forstwirt/in

Einige Teilnehmer/innen saßen zum ersten Mal im Leben auf einem Traktor und konnten ihr Geschick beim Fahren auf der DEULA testen

Zwischen dem 10. und 13. April 2006 fand das Berufsorientierungsseminar der Arbeitsgemeinschaft der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz/Saar auf der Ebernburg statt. 4 Tage in den Osterferien gab es Informationen für Jugendliche über die 14 Berufe im Grünen Bereich. Informiert wurde zu Anforderungen der Berufe, Ausbildungsinhalten, Ausbildungsplatzsituation, Arbeitsmarktlage, Verdienst- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ein erster Einblick in die Berufe konnte bei mehreren Betriebsbesichtigungen und durch eine Rallye mit Stationen zu den „Grünen Berufen“ vermittelt werden.

Das Seminar startete mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken von Teilnehmer/innen, Eltern, Erziehungsberechtigten und den Referenten Anja Grüter, Gabriele May und Daniel Kendel. Danach trafen sich die Jugendlichen mit den Referenten im Seminarraum, während die Eltern und Erziehungsberechtigten mit Franz Josel Diel, Leiter der Bildungsstätte Ebernburg, zeitgleich ein Informationsgespräch führten.

Im Seminarraum wurde nach der Eröffnungsrunde die beruflichen Vorstellungen der jungen Leute abgefragt und über die derzeitige Situation in der Schule gesprochen. Die Referenten erläuterten die Erwartungen der Betriebe an künftige Auszubildende und regten die Teilnehmenden an, sich zum Endspurt in der Schule nochmals besonders anzustrengen.

Nach einer Besichtigung der Ebernburg machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gedanken zu ihren Erwartungen an ihren künftigen Beruf. Im Laufe der Woche konnte dann überprüft werden, ob die Grünen Berufe diese Wünsche erfüllen und inwieweit Kompromisse im Berufsleben eingegangen werden müssen.

Ein weitere Einheit stellte die Betrachtung der „eigenen Fähigkeiten und Stärken“ dar, die einem potentiellen Arbeitgeber angeboten werden können.

Die Erstellung einer Kollage zur Lebenssituation in 10 Jahren bildete den thematischen Abschluss. Hierbei wurde auch geschaut, ob die Visionen mit dem jeweiligen Wunschberuf vereinbar sind. Angeregt durch die vielen Eindrücke und aufmerksam gemacht auf zu beachtende Faktoren, waren einige Teilnehmer recht nachdenklich gestimmt.

Zum lockeren Ausklang des Abends leiteten die Referenten lustige Gruppenspiele an, die viel Spaß und Entspannung brachten.

Das Ziel des Seminars war es, einen realitätsnahen Eindruck von den grünen Berufsbildern zu vermitteln und die Jugendlichen darauf vorzubereiten, sich frei für den zu ihnen passenden Beruf entscheiden zu können. Um ein möglichst breites Bild der möglichen Berufe zu vermitteln, bot das Berufsorientierungsseminar die Vorstellung aller 14 Berufe im Grünen Bereich. Dies übernahm am Dienstagvormittag Hans-Dieter Schäfer von der Landwirtschaftskammer in Bad-Kreuznach. Er lieferte den Jugendlichen fundierte Informationen zu den einzelnen Berufen.

Einen kleinen Einblick in die praktischen Tätigkeiten erhielt die Gruppe bei der Rallye, bei der handwerkliche Tätigkeiten und Wissen aus dem Berufsalltag der Berufe spielerisch getestet werden konnten. Die Rallye wurde in diesem Jahr wieder mit Unterstützung von 9 zum Teil weit angereisten Landjugendlichen aus dem Landjugendverband Rheinhessen-Pfalz durchgeführt und beinhaltete neben dem beruflichen Teil auch einen Allgemeinwissensteil. Bei den praktischen Stationen wurden Fertigkeiten aus den Grünen Berufen gefordert. So musste z.B. für die Forstwirtschaft das Alter und die Baumart einer Baumscheibe bestimmt werden. Im Gartenbau wurde auf Zeit Erde bewegt und danach Schalen optisch ansprechend bepflanzt. Bei der Station „Pferdewirtschaft“ mussten Pferderassen erkannt werden, und die Station „Hauswirtschaft“ bewertete die Fertigkeiten im Kartoffelschälen. Nach der Auswertung der Ergebnisse und der Siegerehrung brachen alle zur ersten Betriebsbesichtigung auf:

Auf dem Gestüt Bruno Eidam in Erbes-Büdesheim bekamen die Jugendlichen einen guten Einblick in die Tätigkeit des / der Pferdewirt/in. Anschaulich wurde der Alltag verdeutlicht und die Anforderungen des Berufes dargestellt.

Am Abend stießen junge Praktiker aus den Berufen zu der Gruppe auf der Ebernburg. Hier beantworten junge Frauen und Männer alle Fragen der Jugendlichen zum jeweiligen Beruf. Lisa Marquart informierte zum FloristInnenberuf, Nicolas Rehner zum Gartenbau, Eva-Maria Becker zur Hauswirtschaft, Katrin Thönnes zur Landwirtschaft, Stefan Braunewell zum Weinbau und Carmen Barth zur Forstwirtschaft. Die Praktiker/innen gingen auch stark auf die positiven Seiten und auch die Nachteile ihres jeweiligen Berufes und Chancen in den Berufen ein. Sehr intensiv wurde die Möglichkeit genutzt, Fragen zu stellen. Diese Runde war so interessant, dass sie erst gegen 23:00 Uhr zu Ende ging.

Am nächsten Morgen stellten Aline Loy und Florian Meyer die Möglichkeiten eines Freiwilligen ökologischen und eines Freiwilligen sozialen Jahres vor. Dies sind gute Möglichkeiten für Jugendliche, in einen Bereich „hineinzuschnuppern“, wenn sie sich beruflich noch orientieren möchten.

Nach dieser Information arbeiteten die Referenten mit den Jugendlichen noch einmal intensiver an der eigenen beruflichen Zukunft. Das Anforderungsprofil der Betriebe an Auszubildende wurde noch einmal verdeutlicht und aufgezeigt, z.B. was Unternehmen in einen Auszubildenden, nicht nur finanziell, investieren. Die Vorgehensweise beim Bewerbungsverfahren wurde ebenfalls thematisiert. Diese Informationen regte zur Betrachtung an, was die Jugendlichen einem Betrieb zu bieten haben. Die eigenen Stärken wurden mit den Anforderungen im jeweiligen Wunschberuf verglichen. Auch wurden eigenen „Schwächen“ betrachtet, an denen noch zu arbeiten ist oder beratschlagt, wie gut damit umgegangen werden kann. Persönliche Lösungen konnten erarbeitet und Schritte für die Zukunft geplant werden.

Zur Veranschaulichung der praktischen Tätigkeiten standen weitere Betriebsbesichtigungen auf dem Plan. Am Forstamt Soonwald informieret Frau Barth zum Beruf Forstwirt/in. Unterstützt wurde sie von Auszubildenden, die u.a. zeigten, wie ein Baum fachgerecht gefällt wird. Weiter ging es zu dem landwirtschaftlichen Betrieb Thielmann in Spabrücken. Hier konnten Informationen zum Beruf Landwirt/in erfragt werden. Betriebsleiter Hans Peter Müller begrüßte die Gruppe im Anschluss auf seinem Weingut, dem Brühlerhof in Volxheim, und berichtete intensiv über seinen Betrieb , die Anforderungen an den Winzer und die zu erledigenden Arbeiten. Unterstützend berichtete der Auszubildende des Betriebes über seine Ausbildung und die Besonderheiten im ökologischen Weinanbau. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit kleiner Weinprobe konnten viele Fragen der Jugendlichen zum Thema Weinbau beantwortet werden. Der Abend klang mit Spielen und Fußball aus.

Am letzten Seminartag führte es die Gruppe auf die Baustelle des Garten- und Landschaftsbaubetriebs Juhre nach Stromberg. Hier informierte Heiner Juhre über den Beruf des Gärtners und seine vielfältigen Möglichkeiten. Schwerpunktmäßig ging er auf den Bereich Garten- Landschafts- und Sportplatzbau ein.

Zur Abrundung des Programmes wurde noch die Überbetriebliche Ausbildungsstätte DEULA in Bad-Kreuznach besichtigt. Neben Informationen und einen interessanten Rundgang bildete ein Geschicklichkeitsfahren einen gelungenen Abschluss des Seminars. Aber ganz vorbei war es noch nicht. Zurück auf der Ebernburg fand noch eine Auswertung statt während die Eltern zeitgleich wieder ein Gespräch mit Franz Josef Diel und Gabriele May führten.

Bei der Gruppe der Jugendlichen wurde neben der Auswertung des Seminars nochmals herausgearbeitet, ob und welche neuen oder veränderten Bewertungen zum ursprünglich ausgesuchten Beruf sich während der Seminartage ergeben hatten. Die eigene Einschätzung wurde ebenfalls nochmals angeschaut und Veränderungen beobachtet. Ebenfalls gaben Anja Grüter und Daniel Kendel auf den Einzelnen persönlich zugeschnittene abschließende Tipps zur weiteren Vorgehensweise hinsichtlich der Ausbildungsstellensuche bzw. der weiteren Entscheidungsfindung zu einem Beruf.

Zum Abschied betonten die TeilnehmerInnen nochmals, dass ihnen die Woche viel Spaß gemacht hat. Die meisten versicherten, hinsichtlich der Entscheidung für oder gegen einen Beruf, viel dazu gelernt zu haben und dass nun eine entgültige Entscheidung einfacher geworden ist.

Die Landjugend wünscht allen TeilnehmerInnen viel Erfolg für die berufliche Zukunft!!!!


GruppenNews

Skifreizeit der LJ Rohrbach

Liebe Wintersportler/innen,keiner hat es mehr gedacht & niemand für möglich gehalten, aber es besteht auch diese Saison die Möglichkeit auf eine LaJu Skifreizeit!Wir wissen natürlich, dass es...

[mehr]

AgrarNews

Die neue Düngeverordnung

- Was kommt auf uns zu?

[mehr]